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Gitarrenhals: Darauf kommt es an

Eine Gitarre setzt sich aus vielen Bauteilen zusammen. Eines davon ist der Gitarrenhals der mit dem Korpus verbunden ist und am anderen Ende mit dem Kopf abschließt. Auch das Griffbrett mit den eingearbeiteten Bundstäbchen ist Bestandteil des Halses und für gewöhnlich mit ihm verleimt. Was einen guten Hals ausmacht, worauf man beim Kauf eines neuen Gitarrenhalses achten muss und ob geleimter oder verschraubter Gitarrenhals besser ist, verraten wir in diesem Beitrag.

Sattelbreite: Wie breit sollte das Griffbrett sein?

Der Gitarrenhals hat einen großen Einfluss auf die Bespielbarkeit des Instruments. Je nach Gitarrenart kann er sich in seiner Breite unterscheiden. Hälse von E-Gitarren sind im Normalfall deutlich schmaler als die einer Konzertgitarre. Westerngitarren liegen meist dazwischen. Gemessen wird immer am Sattel, weshalb hier auch von der Sattelbreite die Rede ist. Der Umstieg von einer Konzertgitarre mit Nylonsaiten auf die Westerngitarre mit Stahlsaiten ist nicht annähernd so komfortabel wie umgekehrt. Dass klassische Gitarren ein breiteres Griffbrett haben liegt daran, dass Nylonsaiten um einiges dicker sind als Stahlsaiten.
  • Die Sattelbreite bei Konzertgitarren liegt bei circa 52 mm
  • Stahlsaiten-Gitarren liegen in der Regel bei Sattelbreiten von 43 bis 48 mm
  • Griffbretter von E-Gitarren sind am Sattel meist 42 bis 43 mm breit
Wie breit sollte der Sattel sein? Das hängt unter anderem davon ab, wie groß die Hände sind und welche Art von Musik man macht. Beim Fingerpicking sind etwas breitere Griffbretter vorteilhaft. 45 oder 46 Millimeter sind hier ein guter Richtwert. Bei Konzertgitarren gibt es bei den Standardgrößen keine so große Auswahl, aber mit dieser kommen die meisten Gitarristen auch sehr gut zurecht. E-Gitarren gibt es auch mit breiteren Griffbrettern, wobei es sich hier meist um Sondermodelle handelt die deutlich teurer sein können. Der Gitarrenhals, sollte man diesen durch einen neuen ersetzen wollen, muss natürlich die gewünschte Größe aufweisen. Am besten man geht zu einem Musikgeschäft und testet unterschiedliche Sattelbreiten an. Nach einer Weile wird man feststellen, wie groß der Einfluss aufs Spielgefühl ist. Bei breiten Hälsen lässt es sich sehr gut greifen, wenn man sich der Fingerstyle-Gitarre verschrieben hat. Dafür sind Barré-Griffe etwas schwieriger umzusetzen als bei schmalen Gitarrenhälsen. Die Breite des Griffbretts entspricht natürlich nicht dem Abstand von der tiefen zur hohen E-Saite. Ist der Sattel am Hals zum Beispiel 46 mm breit, liegt der Abstand dieser beiden Saiten bei 40 mm.

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Geleimter Gitarrenhals

Bei diesen E-Gitarren Modellen wird der Gitarrenhals über eine entsprechende Aussparung mit dem Korpus verbunden und verleimt. Das Leimen des Halses ist der Standard und entsprechend weit verbreitet. Es gibt hier ganz unterschiedliche Ansätze, auf welche Weise Korpus und Hals miteinander verleimt werden. Verschiedene Gitarrenhersteller und -bauer haben hier im Verlaufe der Zeit eigene Konzepte etabliert und perfektioniert. Bei Gibson zum Beispiel wird die Verbindung über eine Öffnung und einen dazu passenden „Zapfen“ realisiert. Beim Short Tenon handelt es sich hierbei um einen kurzen, beim Long Tenon um einen langen Zapfen. Ein Vorteil geleimter Gitarrenhälse liegt in der Optik. Sie verleihen dem Instrument einfach einen hochwertigen Look und damit edleren Charakter. Außerdem ist diese Variante auch aufgrund ergonomischer Kriterien meist die bessere, da die Form etwas ausladender und angenehmer für den Gitarristen ist. Bei geschraubten Hälsen hingegen geht es etwas flacher zu Werke, da hier eine Konterplatte entsprechend mit Schrauben in den Korpus geschraubt werden muss. Der Nachteil beim verleimten Gitarrenhals ist natürlich, dass man keine Schrauben entfernen kann um ihn auszutauschen. Das Verbinden des Gitarrenhalses mit dem Korpus ist wie eine Hochzeit, nur dass „bis dass der Tod uns scheidet“ hier in der Regel nicht nur ein platter Spruch ist sondern fast immer der totale Ernst. Der heute eingesetzte Leim lässt sich nicht mehr lösen. Weder mit Hitze, noch mit gut zureden. Mechanische Einwirkungen von außen sind ebenfalls keine Option, da dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Korpus beschädigt wird.

Die Alternative: Geschraubter Gitarrenhals

Die am weitesten verbreitete Alternativlösung findet man in der geschraubten Variante. Hier wird der Gitarrenhals einfach auf den Korpus aufgelegt und über eine integrierte Platte mit dem Korpus verschraubt. Eine Halstasche gibt hier die Position vor. Meist kommen drei bis sechs Schrauben zum Einsatz. Hals und Korpus können so fest miteinander verbunden werden, dass keinerlei Nachteile in Hinblick auf den Klang zu erwarten sind. Der größte Vorteil von geschraubten Hälsen ist sicher der einfache Austausch. Natürlich muss der neue Gitarrenhals auch zur Gitarre passen, damit er sich festschrauben lässt und zum Instrument passt. Dies gilt auch für die gewählte Farbe. Oft werden Hälse bei E-Gitarren nicht getauscht weil sie komplett durchgebrochen sind, sondern weil man mit der Bespielbarkeit nicht gänzlich zufrieden ist oder einem das Instrument schon mehrfach aus der Hand gefallen ist oder man mit dem Hals irgendwo dagegen geschlagen hat, damit all die Macken, Dellen und Kratzer sich beim Spielen einfach unangenehm anfühlen. Erwähnenswert wenn es um Schraubbefestigungen für Gitarrenhälse geht ist das Neck Joint System CNS vom Gitarrenbauer Siggi Braun. CNS steht für Comfortable Neck Segment. Eine Alternative zu den beiden beschriebenen Halsarten findet man im durchgehenden Hals, der nahtlos in den Korpus übergeht und eine Einheit mit diesem bildet.

Auch der Lack ist wichtig

Auch die verwendeten Farben und Lacke haben einen Einfluss auf das Spielgefühl. Ein matter Hals ist häufig angenehmer im Handling als einer mit Hochglanzlack, bei dem man gerne einmal „festklebt“.

Verschiedene Formen

Das Halsprofil hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Bespielbarkeit einer Gitarre. Würde man den Hals in der Mitte durchsägen und nun die entstandenen Flächen betrachten, würden diese einem der folgenden Profile entsprechen:
  • C
  • D
  • V
  • U
Diese Buchstaben gleichen den erhältlichen Halsformen sehr stark, weshalb sie gerne zum Beschreiben dieser verwendet werden. Bei gängigen Gitarren gerade im unteren bis mittleren Preissegment die für die Masse der Gitarristen hergestellt werden bekommt man eigentlich fast immer etablierte Standards die möglichst allen Anforderungen und Vorlieben gerecht werden sollen. Im oberen Preissegment und beim Gitarrenbauer erhält man aber auch Sonderformen und Zwischenstufen zwischen den genannten Halsformen, die besser zu einem selbst und der Spielweise passen. So gibt es Hersteller, die ganz eigene Halsformen entwickelt haben oder mehrere miteinander vereinen, sodass der obere Anteil des Gitarrenhalses zum Beispiel einem D entspricht und in Richtung Korpus dann zu einem C übergeht.

Gitarren Griffbrett Noten

Möchte man Gitarre lernen oder ist schon voll dabei, wird man mit dem Griffbrett eventuell noch etwas überfordert sein. Die gängigsten Noten findet man sofort auf dem Griffbrett aber viele muss man suchen, was dem Üben etwas im Wege steht. Hier kann es Sinn machen, sich eine Tabelle auszudrucken, die das ganze Griffbrett grafisch abbildet und mit die Position aller Töne mit den dazugehörenden Noten anzeigt, um sie beim Spielen nutzen und allmählich auswendig lernen zu können. Eine Alternative stellen Aufkleber dar, welche direkt auf dem Griffbrett platziert werden. Sie werden einfach mittig zwischen zwei Bundstäbchen auf dem Griffbrett angebracht und man weiß sofort, welcher Bund welchem Ton und welcher Note entspricht. Zumindest wenn man hauptsächlich im Standard-Tuning spielt, also EADGBE oder als Anfänger um sich die Grundlagen anzueignen, empfiehlt es sich, das Gitarren-Griffbrett zu lernen. Bei abweichenden Tunings bringt einem der Vorteil aber dann nicht mehr so viel.

Gitarrenhals wechseln

Der Gitarrenhals ist das Bauteil mit dem größten Einfluss auf die Bespielbarkeit der Gitarre. Stimmt die Form nicht, ist der Hals und damit das Griffbrett zu breit oder schmal oder man kann sich einfach nicht mit der Lackierung anfreunden, sollte man ihn einfach auswechseln, wenn man kann. Voraussetzung ist dafür, dass er geschraubt ist. +++ Bei geleimten Gitarrenhälsen gestaltet sich der Austausch hingegen etwas schwieriger. Ob man unbedingt einen neuen Hals braucht, sollte gut überlegt sein. Manchmal geht es aber gar nicht anders – nämlich dann, wenn der Hals gebrochen ist. Was vielen Gitarristen noch nie passiert ist, wird für andere bittere Realität. Löst sich zum Beispiel der Gitarrengurt und das Instrument fällt in einem ungünstigen Winkel zu Boden, kann der Hals durchaus brechen. Vor allem, wenn er bereits beschädigt ist und das Holz bereits einen versteckten Riss hat. Viel häufiger als ein Bruch im Bereich vom Sattel bis zum Korpus ist eine abgebrochene Kopfplatte. Eher selten kommt es vor, dass der Kopf komplett abbricht. Meist handelt es sich um einen großen Riss, der das Holz zweiteilt. Wenn nach einem Sturz alle Teile gefunden werden, kann man die Kopfplatte in der Regel so verleimen, dass es hinterher kaum noch auffällt. Die Kopfplatte kann natürlich neu lackiert werden. Die besten Ergebnisse hat man sicher, wenn man die Arbeiten von einem erfahrenen Gitarrenbauer durchführen lässt. Betroffen sind meist E-Gitarren die bauartbedingt einen Kopf haben der keine Linie mit dem Hals bildet, sondern einen Winkel aufweist. Das Holz ist hier weniger widerstandsfähig, auch weil die Holzfasern unterbrochen werden um den schrägen Look zu erreichen. Außerdem macht der Halsstab die Konstruktion anfällig für Beschädigungen die durch mechanische Einwirkung bedingt sind. Die Ausfräsung über die gesamte Länge des Halses ist zwar notwendig, nimmt dem Hals jedoch auch seine natürliche Stabilität. Grundsätzlich kommen bei geleimten Gitarrenhälsen zwei unterschiedliche Leimarten zum Einsatz. Heißleime werden vor dem Auftragen erhitzt und lassen sich auf diese Weise in Verbindung mit Feuchtigkeit auch wieder lösen. Ist ein Hals also damit verleimt, lässt er sich auch wieder abmontieren. Schwieriger wird es mit Kaltleim. Er verbindet zwei Holzflächen fest miteinander und macht förmlich eine Einheit daraus. Hier hat man schlechte Karten, weil ein Gitarrenbauer hier so viel Zeit investieren muss, dass oft eine neue Gitarre günstiger ist. Natürlich kann sich der Austausch für sehr teure Gitarren dennoch lösen. Aber auch beim Heißleim sollte man selbst besser keine Hand anlegen. Es sei denn, es handelt sich um eine Gitarre um die es nicht schade wäre, wenn der Schuss nach hinten los geht. Welcher Leim verwendet wurde, bleibt meist ohnehin ungewiss. Hat man aber einen Bruch in Hals oder Kopfplatte, kann man sein Glück auch selbst versuchen mit einem geeigneten Leim.